Jungs wir gehen Sticken

von Sven Carlsen / am 15.09.2014 / in Allgemein
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Wie soll ich sagen, es sollte eine schöne Tour mit alternden Jugendlichen Männern werden. Keine Frauen, viel Quatsch und Seemansgarn. Keine realistischen Einschätzungen von den Ehefrauen und Freundinnen.

Es kam für die Pamfilius etwas anders, aber der Reihe nach.

Am Freitag alles schick. Bevor es los ging, habe ich Christoph kurz durchgegeben, was wir noch so brauchen, da er ohnehin noch einkaufen wollte. Als er am Steg ankam mit dem Proviant für 2 1/2 Tage, dachte ich noch, er hätte etwas falsch verstanden. Ich wollte nicht einen 3 Wöchigen Urlaub ohne Versorgungsmöglichkeiten machen, ich wollte Sonntag wieder zurück sein. Das Grillfleich bestand gefühlt aus einem ganzen Schwein, das passte nur mit viel Not in den kleinen Kühlschrank der Pamfilius.

Die 5 (in Worten fünf) großen Haribodosen konnte ich gar nicht in meinem kleinen Knabberkramschapp stauen. Ich habe ihm gleich 3 wieder mit gegeben, um diese gar nicht erst zu stauen. Von den ganzen Chips, Erdnusslocken und Schokoriegeln ganz zu schweigen. Immerhin ein Liter Milch und 2 Packungen Salami und Bratenaufschnitt waren auch noch dabei.

Nun gut, Birger kam dann auch an und wir konnten aus Mönkeberg auslaufen. Ziel heute: Wendtorf. Der Wind kam genau von vorne, und es war eine schöne Kreuz durch die Kieler Förde. Höhe Schilkssee schlief der Wind aber vollends ein und als die Logge auf 0,3 bis 0,5 Knoten runter ging entschied ich mich für das letzte Stück den Motor anzumachen. Segel geborgen und einlaufen in Wendtorf. Kurz vor Wendtorf tauchte dann auch die Muza auf, die deutlich später in Mönkeberg gestartet ist und unter Motor gefahren war.

Allerdings nahm der Wind wieder etwas zu und die Muza packte tatsächlich noch einmal kurz die Segel aus. Dazu waren wir zu faul.

Praktischerweise war Timo mit seiner Di Lemmer bereits in Wendtorf und hatte uns über Funk schon angesagt, wo noch freie Plätze sind. Daher konnten wir sehr zielstrebig auf Steg 4 zulaufen, wo Timo auch schon den Parkplatzeinweiser machte und uns die Leinen annahm. Gleiches Spiel auch bei der Muza.

Gerade fest, erstmal lagebesprechung mit den Crews und einen Einlaufrum auf der Muza. Da es doch schon recht schnell wieder kalt wurde entschieden wir uns gegen Grillen und erstmal getrenntes Essen auf der Muza und der Pamfilius. Der einfachhalthalber kochte ich für meine Crew Pasta mit Tomaten-Basilikum Sauce. Nach der Stärkung und kurzem Aufklaren kam Timo bei uns an Bord. Nachdem wir ein paar Getränke und Knabberkram zusammengesucht hatten, wollten wir auf der Muza einfallen. Da diese aber noch ab Abwaschen waren, gingen wir noch einmal eine kleinen Runde auf den nächsten Steg.

In der Hafeneinfahrt musste irgendwas los sein, ein Großer Suchscheinwerfer blendete uns immer wieder. Das konnte nur die Cu@Sea mit Jan und Matthias sein. Dem war auch so, also gingen wir zur Brückennock um auch der Cu@Sea einen freien Platz zu zeigen.

Nachdem auch die Cu fest am Steg war, direkt neben der Muza verteilten wir uns auf diese beiden Bote und verbrachten den Abend bei Havanna und Bier dort.

Das nun das Drama seinen Lauf nehmen sollte, ahnte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Birger ging etwas früher in die Koje, da er sehr müde war, soweit OK. Wir schmiedeten Pläne für Samstag. Von Bornholm war die Rede, Anholt kam auch kurz ins Spiel. Später wurde es etwas realistischer und Fehmarn, Hörup. Sonderburg wurde avisiert. Irgendwann ging auch ich in die Koje, da ich auch langsam müde wurde.

Birger schlief bereits und Christoph blieb noch auf den einen oder anderen Drink an Bord der Cu.

Irgendwann in der Nacht wurde ich durch laute Geräusche geweckt. Irgendjemand brüllte Neptun an und fütterte die Fische. Nachdem ich die Geräusche anfing zu sortieren, polterte es über meinem Kopf, die Pamfilius machte eine Nickbewegung. Es ist eindeutig jemand vom Schiff gegangen.
Was ist los? Erstmal etwas berappeln, Brille suchen und auf die Uhr schauen. 3.40 Uhr. Hat Christoph sich wiedermal weggeschossen? Ich murmel mal ein „Ist alles OK?“ nach hinten. Erstaunlicherweise kam die Antwort nicht von Birger, was ich erwartet hatte, sondern von Christoph „Ja, alles gut, nur Birger sieht nicht so gut aus“.  !!!??? Der hat doch nun mal gar nichts getrunken. Nach ca. 30 Minuten, stand ich auf und zog mich an, weil ich mal schausen wollte, wo Birger steckt. Als ich gerade raus gehen wollte kam er zurück und sah ziemlich blass aus. Ich stellte ihm eine Pütz hin und wir gingen wieder in die Koje. An schlafen war aber nicht so richtig zu denken. Ich döste noch ein wenig weg und wurde gegen 5,20 Uhr wieder aus meinen leichten Träumen geweckt, weil Birger wieder so komische Geräusche von sich gab.

ich entschied mich fürs Aufstehen. Erstmal einen Kaffee aufsetzen, Christoph war auch schon wieder hoch und Birger ging es ziemlich schlecht und blieb in der Koje liegen.

Da wir letztes Jahr das gleiche mit ihm hatten, vesuchte ich Zusammenhänge herzustellen. christoph und ich überlegeten was wir daraus machen sollen. Birger abholen lassen und alleine weiter? Es war docht etwas Wind angesagt und es könnte Richtung Damp oder Schlei auch schon etwa ungemütlich werden. Da Christoph leichter mal Seekrank wird, wollte ich aber nicht nur zu zweit einen „großen“ Schlag machen. So richtig kamen wir zu keinem Ergebnis.

Gegegn 7.00 Uhr gingen wir erstmal Brötchen kaufen. Die Muza, Cu und Di Lemmer sah noch nicht sehr lebendig aus.

zurück am Schiff suchte ich erstmal meine Waschsachen raus und entschied mich, Hafengeld zu zahlen und die Duschen aufzusuchen.

Der Hafenmeister schaute mich auch etwas komisch an und meinte nur, dass Duschen nicht umsonst aber Kostenfrei wäre…. So schlimm?

Nun gut, ich testete erstmal ausgiebig die Dusche und fühlte mich auch schon etwas frischer danach. zurück zur Pamfilius traf ich auf Sören und Rassy von der Muza. Ihnen erzählte ich von unserem Problemfall. Der Plan der Muza und Cu war eindeutig Schleimünde für heute.

Ich ging erstmal zurück an Bord. Christoph und ich frühstückten erstmal ausgiebig. Birger wollte nicht nach Hause. Da wir letztes Jahr bei Birger das gleiche Phänomenen in Strande hatten, war mir klar, dass zwischen seinem zustand und der Pamfilius ein Zusammenhang bestehen musste.

Seekrank? Im Hafen? Nun ja, es fing an, als der Wind etwas auffrischte und die Pamfi ein bißchen in der Box zappelte. Nicht doll, aber mehr als am Abend vorher.

Nach dem Frühstück rief ich Wiebke an, die mit eine Abhandlung über unsere Bordapotheke hielt. Also stopfte ich Birger alles rein, was wir hatten. Von Timo bekam ich netterweise auch noch dieses Ingwerzeugs, was bei uns nicht mehr zu finden war.

So richtig viel änderte sich aber nicht. Die Di Lemmer lief aus um zurück nach Mönkeberg zu gehen. Die Muza und Cu@Sea machten sich auf den Weg nach Schleimünde.

Wir entschieden uns dann irgendwann Sticken zu gehen. Sprich Stickenhörn, 1,5 Seemeilen von Mönkeberg entfernt.

Birger blieb in der Koje und bekam die Pütz in Reichweite. Wir liefen aus. Im Fahrwasser von Wendtorf hackte es noch ein wenig. Unter merkwürdigen Geräuschen unter Deck begleitet liefen wir die Ansteuerungstonne an, setzten die Fock und nahmen Kurs Innenförde. Raum, fast vorm Wind bei unruhiger Welle ging es rein. 4,9 Knoten bis vor die Hafeneinfahrt.

Soweit so gut. Eine freie Box und ich leerte nochmal die Pütz aus und stellte sie wieder zu Birger. Christoph und ich hatten nun hunger. Birger eher nicht. Also spazierten wir nach Friedrichsort und ließen Birger an Bord. Nach ca. 3 Stunden und einem Döner kamen wir wieder an Bord. Birger schlief und wir packten schon mal die Segel ein. Beobachteten die Teilnehmer des Fördecups die gerade in Stickenhörn einliefen und ich freute mich darüber, dass Birger jetzt über 4 Stunden schlief und die Pütz leer war.

Irgendwann wachte Birger auf. Die Gesichtsfarbe war deutlich besser. Nach eine Cola fragte er nach Essen. ??  
 
Er nahm sich einen Snickers. Danach war bei ihm alles wieder gut. Na denn, nun wurden wir aber Müde und so legten wir uns alle noch mal hin.

Der Abend war dann auch eher ruhig, Fanta, Cola und Weingummi. Vorher noch eine Brühe und Ravioli. So ging die Herrentour am Samstag Abend ohne Party, Quatschmachen und Grillen zu Ende.

Alles in allem eigentlich nur eine Tour die sich um das Bauchgefühl eines Crewmitgliedes drehte.

Der Sonntag? Ach ja, der Sonntag. Nach Aufstehen Frühstück und Kaffee motorten wir die 1,5 Seemeilen nach Mönkeberg. Ein Anleger und aufräumen. So verließ mich meine Crew. Ich wartete noch auf die Cu@Sea und die Muza und wir schnackten noch einen aus. Dann ging es auch für mich von Bord.

Ende der JEINN-Tour 2014.

Ich werde Wiebkes Vorschlag für 2015 beherzigen. Diese Crew ist super für Kanalfahrten unter Motor. Die eigentliche Herrentour mit den anderen, werde ich mit anderer Crew machen. ;-))

Trotzdem war es nett und zumindestens noch mal so 21 Seemeilen mehr auf der Uhr. Nächsten Samstag ist noch Taufe der noch Antonia, dann Absegeln und dann war es das auch schon wieder mit der Saison 2014.

Wieder ohne Schleimünde. 2013 und 2014 ohne meinen Lieblingshafen. So geht das nicht! 2015 werde ich wieder nach Schleimünde fahren. Egal wie.

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