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von Sven Carlsen / am 10.11.2014 / in
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liegt die Pamfilius auf dem Winterlager. Dieses Wochenende stand unter dem Zeichen ausbau der Steuersäule um diese wieder aufarbeiten zu lassen.

Um die abgeblätterte und unansehnliche Steuersäule wieder in einen schönen Zustand zu bekommen muss diese komplett raus.

Da die Säule seit fast 30 Jahren dort steht, lassen sich viele Schrauben nicht mehr bewegen.

Als erstes musste die Kompasshalterung ab um an die eigentliche Säule zu kommen. 4 einfache Schltzschrauben wollten dieses aber unbedingt verhindern. An die beiden hinteren kam ich ganz gut mit einem Dremel und einer Trennscheibe bei, so dass ich die Köpfe quasi abflexen konnte.

Die beiden vorderen lagen aber so blöd, dass ich auch mit einem kleinen Dremel nicht bei kommen konnte. Ein Schlagschrauber konnte hier helfen. Nach ewigem raufgehämmer bewegten sich die beiden Schrauben Millimeter für Millimeter. Ich konnte dann mit dem Dremel den Schlitz der Schrauben vertiefen um mit einem größeren Schraubendreher die beiden Schrauben langsam zu lösen. 2 Stunden später waren die Schrauben ab. Die Halterung löste sich aber trotzdem nicht, da sie sich mit der unteren Niroplatte in eine Einheit verklebt hatte. Nur mit hebeln, großen Schraubendrehern und viel Gefühl gelang es mir, diese nach und nach zu lösen. Es sollte ja auch dabei nichts kaputt gehen. Aber am Ende siegte die Geduld.

Langsam konnte ich die Kompasshalterung von der Niroplatte lösen. Auch die darunterliegende Niroplatte konnte anschließend problemlos entfernt werden.

Nun stand Sie vor mir. Die geöffnete Steuersäule. Die Kette war gut zusehen. Nun muss ja die Kette irgendwie ab. Stramm lag sie auf dem Ritzel. Keinen Millimeter konnte ich diese bewegen. Um das ganze System zu verstehen klettere ich in die Backskiste und musste mich wie ein Aal unter den Boden der Plicht winden. Dort konnte ich aber auch nichts sehen. Die Steuersäule ist mit einer großen Platte von unten festgeschraubt. Aus der Platten kommen aus zwei kleinen Löchern zwei Drahtseile. Diese gehen durch 2 große Rollen, die auch an der Platte festgeschweißt sind. Auch diese sitzen Stramm wie sonst was. Also wieder raus. In der hinteren Backskiste sitzt der Quadrant auf dem Ruder. Dort kommen die beiden Drahtseile wieder an und sind am Quadranten verschraubt. Natürlich sind auch diese Schrauben total vergammelt. Das gute alte WD 40 hilft hier aber weiter. Ordentlich einsprühen und warten. Dann ließen sich auch diese Muttern wieder lösen.
 Nachdem ich diese ab hatte, konnte ich ein Steuerseil herausziehen. Dieses führte dann auch dazu, dass die Kette lose bekam und ich diese nach oben herausziehen konnte. Langsam kam auch das gelöste Steuerseil mit heraus. Nun lag auch die Welle frei und es war keine Spannung mehr auf dem System. Nun ging es wieder in die gemütliche Backskiste. Mit Knarre und Nüssen bewaffnet sollten nun die unteren Bolzen gezogen werden. Dieses ging besser als erwartet. Die 4 Bolzen ließen sich mit sanfter Gewalt einfach herausdrehen. Nachdem ich vorsichtig die letzte Schraube gelöst hatte konnte ich die Platte mit den 2 großen Umlenkrollen vorsichtig auf den Bilgeboden legen. KRACH! Beinahe hätte mich die Kette erschlagen, die durch ein großes Loch unter der Platte aus der Steuersäule herausrauschte. Ist aber gut gegangen. Nach mehrmaligen Durchatmen befreite ich mich irgendwie wieder aus den Tiefen der Pamfilius. Ein Ort, an dem ich noch nie war. Positives Beiwerk: Ich fand einen Seitenschneider, diverse Bits und einen Schraubendreher. Alles in einem bemerkenswerten Zustand. Diese müssen weit vor meiner Zeit mal einen Weg in diese Höhle gefunden haben. Nun sind sie in meiner Werkzeugkiste gelandet.

Wieder oben ließ sich die Steuersäule nun recht einfach von Ihrem Platz heben, nachdem ich die Fugen aufgeschnitten habe.

Auf dem unteren Bild sieht man das große Loch, durch welches die Kette geraucht ist. Dadrunter habe ich tatsächlich gelegen. Keine Ahnung wie ich da rein gekommen bin. Aber egal, es ist vollbracht. Nun nur noch die Säule vom Schiff runter bringen und anschließend ordentlich aufräumen. Dieses waren nun die leichten Tätigkeiten, nach ca. 5 Stunden ist die Pamfilius nun Steuerlos. Zum Glück steht sie an Land. Beim Einladen der Säule ins Auto kam mir allerdings der Gedanke, dass ich das ja auch alles wieder einbauen muss. Aber ich denke, bis dahin merke ich meine Knochen auch wieder und das Ergebnis wird bestimmt super. Zu Hause werde ich nun den neuen Radpiloten anpassen, neue Gewinde schneiden etc. Anschließend geht die blanke Säule zum Strahlen und neu eloxieren. Wird der Pamfilius bestimmt ein neues Gesicht geben.

Sie ist raus!
Am Sonntag ging es dann zum Maritimen Flohmarkt in die Halle 400. Eine nette Veranstaltung. So richtig was gefunden habe ich leider nicht. Aber viele nette Leute getroffen, Wiebke hat eine Petroleumlampe für zu Hause erstanden und ich hoffe, dass diese Veranstaltung sich etabliert.
von Sven Carlsen / am 06.11.2014 / in
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von Sven Carlsen / am 03.11.2014 / in
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