Erste Winterarbeiten…

von Sven Carlsen am 03.11.2014 / in Allgemein
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oder sollte ich eher sagen erste Frühjahrsarbeiten?

Bei fast 20 Grad war ich am 1. November an der Pamfilius. Die ersten Arbeiten sollten angefangen werden. Nachdem ich gegen 10.00 Uhr am Schiff war, hatte ich um 11.00 Uhr nur noch ein T-Shirt an. Schon irgendwie krass. Letztes Jahr um diese Zeit war bereit Frost angesagt.

Dabei viel mir auf, dass unser Motor noch nicht gewartet war. Ich hatte mit unserem Monteur abgesprochen, dass er sich um die Einwinterung kümmern soll und dabei auch gleich die regelmäßige Wartung durchführen sollte. Also schrieb ich ihm sicherheitshalber noch eine SMS.

Nun aber zu den Dingen, die ich selber mach wollte, zum Motor später mehr.

Als erstes wollte ich die Steuersäule ausbauen, und die alte Selbststeueranlage entfernen, da wir uns eine neue gegönnt haben. Also erstmal mit einem Abzieher das Rad demontiert. Dieses ging besser als erwartet und innerhalb weniger Minuten hatte ich das Rad ab.

Als nächstes habe ich den alten Radpiloten abgeschraubt und alles schön säuberlich sortiert. Anschließend gleich in die Bucht geworfen, falls jemand braucht, kann er diese bis Samstag den 8.11.2014 hier erwerben:

Autohelm ST 3000

Als nächstes wollte ich dann die Steuersäule auseinander nehmen. Als erstes also den Kompass entfernen. Dieses ging auch recht reibungslos.

Leider fingen danach die Probleme an. Die Halterung des Kompasses ist mit 4 Schrauben, normale Schlitzschrauben! befestigt, diese sind auch noch recht blöd zu erreichen. Eine leichte auswölbung verhindert, dass ich mit einem normalen Schraubenzieher da ran komme. Auch ein Fäustling passt da nicht rein. Als nächstes habe ich versucht mit einer Winkelratsche da ran zu kommen, aber auch diese ist zu hoch, so dass man keinen vernünftigen Ansatz bekommt. Auch der klägliche Versuch mit einer Zange die Schrauben zufassen zu bekommen und zu drehen ging leider daneben.  Also habe ich diese Arbeit erstmal abgebrochen. Die einzige Lösung, die mir einfallen würde, ist die schrauben mit einem Dremel abzuschneiden und dann die Kompasshalterung abzunehmen.

Später dann die Schrauben ausbohren und neue Gewinde reinschneiden. Da ich aber keinen Dremel dabei hatte, brach ich diese Arbeit vorerst ab.

Nicht aber, ohne mir die Seilführung der Steueranlage schon mal genauer anzusehen. Um an den Quadranten zu kommen, musste ich in der hinteren Backskiste den Boden entfernen. War vielleicht gar nich so schlecht, sieht ziemlich siffig aus dadrunter. 😉

Da ich hier nicht weiterkam, aber das Wetter so schön war, nahm ich mich dem zweiten Winterprojekt an. Ein neuer Traveller soll her. Die alte Konstruktion ist auf einem Teakfundament montiert. Also als erstes muss dieses ab. Dieser ist mit zwei Gewindestangen befestigt. Nachdem ich das faule Holz bearbeitet hatte, ließ sich der Traveller recht einfach demontieren, nun kann ich damit zu einem Bootsbauer gehen und einen neuen anfertigen lassen. Dann kann der neue Traveller samt neuer Schiene darauf festgemacht werden. Auf dem Bild kann man schön sehen, wo der Traveller saß.

Hier der ausgebaute Traveller:

Nachdem dieses fertig war, war es sinnvoll das 3. Projekt zu starten.

Unser Schiebelukgarage ist seit Anfang an undicht. Immer wieder sammelt sich Wasser in der Garage, was dann irgendwann so viel wird, dass es im Pantrybereich aus der Decke läuft. Um diese Abzudichten muss ich die Garage irgendwie aufbekommen. Der Traveller blockierte eben auch die Garage, da dieser nun schon mal ab ist, konnte ich mich auf die Garage konzentrieren.

Also schaute ich mir das ganze Konstrukt einmal an. Vorne ist das ganze mit 6 Schrauben verschraubt. Diese ließen sich recht einfach lösen. Danach wurde dieses hinten durch die Schiene der Sprayhood auch noch gehalten und das ganze war mit Silikon eingedichtet. Also erstmal die Schiene der Sprayhood abschrauben.

Dieses ging größtenteils auch ganz gut. Bis auf 2 Schrauben, die unser Vorbesitzer mal ausgetauscht hatte, und statt Niro leider irgendwelche verzinkten Schrauben benutzt hatte. Aber nach einigem Gewürge ging auch dieses ganz gut. Nun versuchte ich vorsichtig den Deckel abzunehmen, dieses ging natürlich nicht so einfach, der er mit Silikon oder ähnlichem eingeklebt war, Mit einem Messer und vorsichtigem Hebeln mit einem Schraubenzieher löste sich der Garagendeckel aber langsam und gut ab. Dadrunter fand ich dann noch gute 2 Liter Wasser und jede Menge Dreck.

Also erstmal schön Wischiwaschi machen und den ganzen Modder entfernen. Schön ist aber, dass man nun das ganze vernünftig eindichten kann und hoffentlich nächstes Jahr keine unverhofften Duschen beim Kochen mehr zu erwarten sind. Ich bin mir nur noch nicht sicher, ob ich das ganze mit Sikaflex, Tikal oder Dichtband eindichten werde. Auf jedenfall soll es so sein, dass man im Zweifel die Garage wieder auf bekommen kann um z,B. das Schienensystem zu reparieren.
Nun sieht es zumindestens ersmal wieder ordentlich aus. Eine richtige Endreinigung wird noch erfolgen. Auch kann ich nun den Deckel mal ordentlich im Keller polieren und aufarbeiten.
Zeit für Projekt 4. Unser Auspuffsystem macht ja leider auch Probleme, Die alten Schläuche sind porös und sollen gegen neue getauscht werden. Bereits im Sommer hatte ich versucht den Schlauch hinten aus der Backskiste zu ziehen. Irgendwie bewegte sich der Schlauch leider nicht. Nun, wo ich die Backskiste zerlegt hatte, kontte ich einen neuen Anlauf starten. Nach derben Verrenkungen, konnte ich nun von unten nach oben schauen, um zu sehen, wie der Schlauch dort befestigt ist. 
Ich musste mehrmals hinschauen, um zu glauben was ich sah. Der Schlauch ist an der blödesten Stelle einlaminiert worden! Keine Chance den da raus zu bekommen. Während ich da so lag, kam aber auch mein Motormechaniker vorbei. Er hatte für heute die Einwinterung und den Service eingeplant. So musste ich weitere Gedanken dazu ohnehin verwerfen, da der Umbau erst nach der Frostperiode losgehen kann. Zu mindestens ist nun alles Winterfest.
Für einen Tag ordentlich was geschafft. Auch ist der Rest der Elektronik von Bord, alle Getränke raus und die Holzschotten stehen in der Werkstatt für die jährliche Lackierung.
Mit dem Gefühl, viel geschafft zu haben, fuhr ich nach Hause und kümmerte mich am Sonntag um meine Werkstatt. Nächstes Wochenende geht es weiter.

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