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von Sven Carlsen / am 29.06.2015 / in
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Dieses Jahr war für uns eine etwas merkwürdige Kieler Woche. Am ersten Wochenende viel diese für uns quasi aus. Den ersten Kieler Woche Samstag wollten wir eigentlich ordentlich feiern, leider erreichte uns die Nachricht, dass ein sehr guter Freund sehr ernsthaft erkrankt ist, und so entschieden wir uns, auf die Kieler Woche zu verzichten und einen Krankenbesuch zu machen. Nicht schön, aber irgendwie musste das sein.

Der erste Sonntag war eh ohne KiWo geplant, da ich zum AC/DC Konzert nach Hannover wollte. Somit hatten wir uns auf das zweite Wochenende konzentriert.

Freitagabend ging es mit der Liekepiek zur Kiellinie. Ein bischen Kieler Woche Flair wollten wir ja mitnehmen. Nachdem wie einen Platz gefunden hatten, spazierten wir die Kiellinie entlang, ein Backfisch war Pflicht und das eine oder andere Bierchen ging durch unsere Kehlen. Ein schöner Start.

Zurück in Mönkeberg ging es an Bord der Pamfilius um den Abend ausklingen zu lassen. Samstag wollten wir dann zur Windjammerparade. Unser kranker Freund sollte mit raus, daher hatten wir ein Schonprogramm geplant. Da er an die Dialyse muss, planten wir, gegen 10.00 Uhr auszulaufen und vor Heikendorf die Pamfilius vor Anker zu legen, schön Frühstücken und danach wieder zurück, damit er rechtzeitig zum 2.  Dialysetermin wieder zu Hause ist. Leider kam es etwas anders.

Auslaufen klappte ohne Probleme, auch einen schönen Ankerplatz hatten wir ausgemacht. Also Anker ausbringen. Ankerball gesetzt und…. unser Besucher musste sich übergeben. Der Kreislauf sackte weg…. Ohne lange Diskussion holte ich den Anker wieder auf, und wir fuhren schnell wiedIMG-20150627-WA0001er in unseren Hafen. Dort festgemacht ging es ihm zum Glück langsam wieder besser. Also doch Frühstück ausgepackt, und alles gemütlich machen. Leider war die Parade fast vorbei, als ich alles vorbereitet hatte, so dass ich von der Parade nicht wirklich etwas mitbekommen habe. Schade, aber manchmal ist eben anders.

Nach dem ausgiebigen Frühstück saßen wir gemütlich an Bord. fuhr die F******, ein Schlepper der auch als Fördedampfer eingesetzt wird, sehr dicht an unserem Hafen vorbei. Auch war diese sehr schnell. Wiebke sagte noch, oh ha, das gibt gleich Schwell.

Und eine kurze Zeit danach, gab es richtig Schwell, unser Nachbar rummste gegen den Steg, 2 Plätze weiter kam ein Festmacherpoller aus dem Steg hoch. Hektisches Treiben auf allen Stegen. Auch die Pauline rummste gegen den Steg, der Aufgang unseres Optisteges knallte von seiner Landaufhängung. An mehreren Booten entstanden Schäden. Die Pamfilius ist zum Glück nicht betroffen gewesen.

Timo, von der „Die Lemmer“ kam dann auch zu Besuch und wollte seinen versprochenen Drink einfordern.  Ich wollte nun in Ruhe mit ihm nun eine Hopfenkaltschorle genießen. Wegen der F****** hatte wohl  ein anderes Mitglied zwischenzeitlich die Wasserschutzpolizei informiert. Immer wenn ich mich hinsetzte wurde ich wieder angesprochen, also kümmerte ich mich erstmal darum.

Wir brachten nun erstmal unseren Besuch zum Auto um uns zu verabschieden. Als wir wieder zum Hafen kam, war eine gewisse Ratlosigkeit wegen der Schäden im Hafen zu verspüren. Also funkte ich die F****** an um mir eine Telefonnummer geben zu lassen, damit wir den Schaden melden könnten.

Die freundlichen Helfer, die zwischenzeitlich auch in Mönkeberg angekommen waren, ließen sich die AIS Daten geben, und es stellte sich heraus, das die F****** mit fast der doppelten erlaubten Geschwindigkeit an Mönkeberg vorbeigerauscht war. Auch Fotografierten sie mehr oder weniger eifrig die Schäden.

Langsam kehrte wieder Ruhe ein, und ich konnte mit Timo endlich einen Drink nehmen. Dabei kamen wir auch zu einer Lösung, wie wir unseren Kartenplotter an der Steuersäule befestigen können.

Nachdem auch Timo sich verabschiedet hatte, stellten Wiebke und ich fest, dass es nur noch 2 Wochen bis zur „großen“ Tour sind. Wir fingen also an, Listen zu schreiben, was wir noch so alles an Bord bringen müssen.

Aber eigentlich ist doch noch Kieler Woche. Und eigentlich wollten wir doch auch noch ein bisschen was davon mitbekommen. Auch wurde das Wetter immer schöner und es schrie nach auslaufen. Nach kurzer Besprechung entschieden wir uns, erst mal nach Strande zu laufen, von dort kann man gut nach Schilksee um etwas Segelpartyfeeling mit zu bekommen.

Nach dem Auslau20150627_182915fen gleich Genua ausgerollt und Motor aus. Super!! Mit 5,8 bis 6,2 Knoten liefen wir nur unter Genua bis kurz vor Strande. Dort kam zunächst ein Begleitboot der Wasserwacht auf uns zugerauscht und meinte, wir sollen den Kurs ändern, damit wir die Regatta nicht stören. Klar, kein Problem. Die Wasserwacht drehte wieder ab. Wiebke und ich schauten uns an, klar Kurs ändern, aber wohin? Weit und breit keine Regatta zu sehen, nur 3 Schlauchboote die irgendwelche Tonnen einsammelten und 2 Fahrtenboote segelten da noch rum. Also fuhren wir doch erstmal weiter.

Kurz darauf kam ein anderes Begleitboot auf uns zugesrauscht. Was denn nun schon wieder? Naja, wir fragen die mal. Das Boot ging längsseits bei uns. Ach, dass sind ja Ole und Neele. Stimmt, die machen ja einen auf Jury bei der Kieler Woche. Ganz Offiziell sahen die aus. Sie wollten aber nur Hallo sagen und sagten uns, dass keine Regatten mehr sind. Wir können gerne so weiter fahren. Also hielten wir auf Strande zu. Auch die Pauline, mit ihrem angeschrabten Bug vom heutigen Vorfall dümpelte kurz vor Strande rum. Wir bargen die Genua und liefen in Strande ein. Erstaunlicher Weise fanden wir eine grüne Box und machten die Pamfilius fest. Auch die Pauline fand eine freie Box!

So luden wir uns auf die Pauline zum Anleger ein, und verbanden die Wanderung dorthin mit einem Gassigang für Frida. Anschließend gingen wir gemeinsam nach Schilksee. Erstmal einen Fladen mit Ziegenkäse essen und ein kühles Jever für unsere durstigen Kehlen.

Ein Besuch in der Vaasahalle folgte und ein netter Abend an diversen Buden in Schilksee. Die Damencrew der Pauline wollte noch ein wenig bei der Livemusik im Seglerzelt feiern. Da für Frida das eher nichts ist, trennten wir uns und wollten langsam wieder in Richtung Pamfilius gehen. Auf dem Weg dorthin trafen wir auf Neele und OleIMG-20150627-WA0004, die mit den ganzen wichtigen Juryleuten an einer Bierbank saßIMG-20150627-WA0005en und kühles Blondes genossen. Sie luden uns ein, uns dazu zu setzten. Also saßen wir noch lange mit denen an dieser Bierbank.

Irgendwann ging der Abend vorbei, da Ole am Sonntag Geburtstag hat, und es noch vor Mitternacht war, entschieden wir uns, auf der „James Caird“ von Ole und Neele in seinen Geburtstag reinzufeiern. Auch sie lagen in Strande. Als wir zu Fuß los maschieren wollten, meinten Ole und Neele, das sie mit dem Jury RIB rüberfahren und wir gerne mitfahren dürfen. So bekamen wir noch eine Ausfahrt auf einem ganz Offiziellen Kieler Woche Jury RIB nach Strande! Super!

In Strande angekommen ging auf die „James Caird“ und wir feierten noch ein wenig in Oles Geburtstag.

Irgendwann ging es auf die Pamfilius in die Koje.

Am nächsten Morgen wachte ich auf, da Frida recht deutlich machte, dass sie nun wirklich mal auf Toilette müsste und dieses auch nachdrücklich verlangte. Also pulte ich mich aus der Koje. Doch was war das? Strahlendblauer Himmel, Sommerfeeling kam in mir auf.

Ich Zog mir irgendwas an, schnappte mir die quäkende Frida und machte mich auf den Weg zur Hunderunde Richtung Hafenmeister. Dann kann ich ja auch gleich das Hafengeld bezahlen.

Wahnsinn, Sonne, warm, Sommer! Nachdem ich wieder an Bord war, erstmal ein kleines Frühstück. Wiebke war mittlerweile auch auf und hatte schon Wasser aufgesetzt. Herrlich, eigentlich könnte ich gleich in den Urlaub starten.

Da wir Zeit hatten, ging es nun noch einmal zum Strand mit Frida. Dort spielten wir mit ihr, und ich wollte ihr zeigen, wie toll die Ostsee ist. Also ging ich ins Wasser mit einem Stöckchen bewaffnet und versuchte sie ins Wasser zu locken. Am Ende war ich Nass, Frida hat die Welle20150628_114432n angebellt und war trocken, da sie nicht ins Wasser kam. Aber ich war nun richtig wach. Nun erstmal ein schönes Eis holen und dann zurück an Bord.

Dort angekommen machten wir die Pamfilius auslaufklar. Auch wieder kurz nach dem Auslaufen rollten wir die Genua aus und liefen wieder 20150628_112252mit 5 bis 6 Knoten zurück nach Mönkeberg. Leider konnten wir die Höhe nicht ganz halten, da höhe Friedrichsort der Wind immer wieder drehte. Wir liefen bis Möltenort, nahmen die Genua weg und liefen den Rest unter Dieselgeröter zurück nach Mönkeberg.

Dort räumten wir die Pamfilius mal richtig auf. Alte Seekarten von Bord, nochmal den Proviant für die Sommertour checken usw. Noch einmal einen Kaffee und Tee an Bord und einfach den Sommer genießen. Erst am Abend machten wir alles zu und fuhren zurück ins triste Hamburg, hier wurden wir mit starkem Regen begrüßt. Also alles richtig gemacht.

Ein Super Wochenende, viel erlebt und mit richtiger Vorfreude auf den Urlaub starten wir in die neue Woche.

Nächstes Wochenende geht es für mich auf die „Luna“. 24 h Regatta ist angesagt. Auch ein optimaler Trip um meine neuen Bordschuhe richtig zu testet.

Over and out.

von Sven Carlsen / am 08.06.2015 / in
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von Sven Carlsen / am 01.06.2015 / in
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