24-Stunden Segeln auf der SY „Luna“

von Sven Carlsen am 07.07.2015 / in Allgemein
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Am 3. Juli startete das 41. 24-Stunden-Segeln auf der Kieler Bucht. Nachdem letztes Jahr die Pamfilius an den Start ging, sollte dieses Jahr die „Luna“ ihre Chance bekommen. Die „Luna“ ist eine Helmsman 31. Vom Riss her sehr ähnlich unserer Boström.

Den Freitag hatte ich mir extra Urlaub genommen, um rechtzeitig in Mönkeberg zu sein. Da meine bessere Hälfte das Auto brauchte, entschied ich mich mit der Deutschen Bahn zu fahren. Um es hier kurz zu machen, ich kam nicht wie geplant in Mönkeberg an, sondern viel später wie ursprünglich geplant, aber keine Gefahr für die Teilnahme.

Eigentlich wollte ich mich noch ein bisschen an Bord der „P20150703_132328amfilius“ aufs Ohr hauen, um fit für die Regatta zu sein. Dort angekommen hatte ich allerdings knapp 40 Grad in der Kajüte, nach Lüften bekam ich die Temperatur aber nicht unter 31 Grad. Kaum ein Lüftchen und so kam ich irgendwie nicht zum schlafen. Ich lag sozusagen im eigenen Saft.

 

Um 18.30 Uhr ging es dann zur Steuermannsbesprechung. Wir bekamen unseren Umschlag und ich musste noch mal klarstellen, dass die „Pamfilius“ dieses Jahr nicht an den Start geht. Ich hatte mich nicht angemeldet, aber irgendwie wurde vom Veranstaltungsteam erwartet, dass die „Pamfilius“ selbstverständlich an den Start geht. 😉

Nachdem das geklärt war und wir die letzten Informationen bekommen haben, ging es an den Start.
Dieser lief für unsere Verhältnisse recht ordentlich. Wir gingen mit dem ersten Drittel der 31 gestarteten Boote über die Startlinie.

Hier ein paar kleine Videos davon:

 

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Video-Link: https://youtu.be/udURZNkTIqU
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Video-Link: https://youtu.be/4w04M9HEbqs
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Video-Link: https://youtu.be/W7aiE0pfVh8

Es war wenig Wind, die Sonne schien, aber es lief eigentlich ganz gut. Da der Wind aber abnehmen sollte, und sich die Wetterdienste mit der Richtung nicht so ganz einig waren, wollten wir erstmal aus der Kieler Förde raus, um dann zu entscheiden, wie es weitergeht.

Nachdem wir an höhe Laboe waren, nahm der Wind noch mehr ab, wir waren aber zuversichtlich, mit später zunehmenden Winden nach Bagenkop zu kommen. So nahmen wir dieses Ziel als ersten Hafen in Angriff.

Unser „Außenposten“, die „Di Lemmer“ mit Timo an Bord, machte uns aber wenig Hoffnung, vor Wendtorf wäre auch kein Wind. Er kam uns dan20150703_225025n höhe Laboe noch einmal unter Motor besuchen, um uns mit „Go Luna, Go!“ rufen anzufeuern.

Je weiter wir kamen, desto gleich wenig Wind blieb es. Höhe Wendtorf schlief der Wind vollends ein. Die Nacht brach herein und wir trieben zwischen Wendtorf und Kieler Leuchtturm. Um uns herum waren noch viel Lichter anderer Teilnehmer zu sehen.

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Da nicht viel zu machen war, legte ich mich in die Koje. Als ich 4 20150704_050144Stunden später wieder aufwachte, schaute ich ins Cockpit und konnte zunächst niemanden sehen. Leider hörte ich auch kein plätschern am Rumpf von einem fahrenden Boot. Ich stand also auf und schaute ging Richtung Niedergang. Puh, da sitzt doch noch jemand an der Pinne. Jan war zwischenzeitlich auch in die Koje gegangen. Ich wurde dann mit den Worten begrüßt: „Hey Sven! Schau mal wo wir sind!“ Ich wollte gerade auf den Plotter schauen, da hörte ich die Worte „ Nee, guck nur mal hinten raus!“ Ok… hmmm „da ist ja immer noch Wendtorf!“ sagte ich, die Antwort kam prompt: „Jo, wir haben so eine halbe Seemeile geschafft in den letzten 4 Stunden!“

Da unser Skipper schlief und das Lüftchen uns auch kaum voran brachte, entschied ich, die „Luna“ nach Wendtorf zu segeln. Bagenkop würden wir nicht mehr schaffen. So hätten wir zumindestens schon mal ein paar Meilen auf der Uhr, und könnten hinterher entscheiden, ob wir die restlichen Meilen in der Förde sammeln oder ggf. noch nach Damp oder Schleimünde kommen würden.

Punkt 7.00 Uhr startete ich die Maschine um in Wendtof einzulaufen (zur Erinnerung, der Start war um 20.00 Uhr vor Mönkeberg gewesen).

Vom starten des Motors wachte auch unser Skipper auf, der recht zügig aus der Koje ins Cockpit kam. „Achso, ihr lauft Wendtorf ein, ich dachte schon es wäre was passiert“ , „Guten Morgen, Nein, es ist gar nichts passiert!“

Nachdem wir die Karte in Wendtorf abgegeben hatten und wieder ausgelaufen waren, tat sich ein bisschen Wind auf. Nach kurzer „taktischer“ Diskussion, entschieden wir uns für Damp als nächstes Ziel. Die Sonne lachte vom Himmel und tatsächlich kamen wir gut in Damp an. Teilweise ging die Logge sogar mal wieder auf 4 Knoten.

Guter Dinge entschieden wir uns für Strande als nächstes Ziel und anschließend Mönkeberg, Laboe und dann ins Ziel. Wenn der Wind so bliebe, und wir die Thermik nutzen könnte das klappen.

Leider kam es anders. Höhe Bülck war der Wind wieder weg. Die Zeitweise 5 Knoten auf der Logge waren nur noch eine schwache Erinnerung. 0,00 bis 0,9 Knoten Speed. Sängende Hitze und der „Traum“ von noch einigen Meilen schwand. Mit Glück kommen wir noch rechtzeitig in Möltenort zum Zieleinlauf…

Das haben  wir dann auch geschafft. Aber wir waren doch ziemlich ausgelaugt, als wir unseren Zettel abgaben.

Aber immerhin angekommen. Anschließend haben wir die „Luna“ wieder in ihren Heimathafen gebracht und sind mit dem Auto zur Siegerehrung nach Möltenort gefahren.

Die Enddaten:

Von 32 gemeldeten Schiffen sind 31 gestartet. 8 haben aufgegeben. In unserer Gruppe waren 9 Schiffe gestartet, 1 hat aufgegeben. Bleiben 8. Davon 2 Mönkeberger in der Gruppe und von diesen beiden sind wir 1.

Also haben wir den 1. Platz in der Gruppe, bezogen auf die WVM gemacht.

So kann man es sich schön reden, anders ausgedrückt sind wir 7. von 8 Schiffen. Aber Spass hat es trotzdem gemacht.

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