Saisonstart 2016

von Sven Carlsen am 18.05.2016 / in Allgemein
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Warten auf den Motor

Pfingsten stand nun endlich im Zeichen vom Saisonstart!
Freitag hatte ich bereits frei. Heute sollte nun endlich unser komplett überholter Motor wieder ins Schiff. Nach der langen Odyssee haben wir es endlich geschafft! Um Punkt 9.00 Uhr rollte der Defender unseres Motormonteurs mit einem Anhänger am Hafen an. Auf dem Anhänger stand unser blauer Antrieb von Sole. FB_IMG_1463123061063Auch Ernie, unser Hafenmeister war vor Ort, um den Mastenkran zu bedienen. Die Pamfilius hatte ich bereits am Donnerstag Abend mit tatkräftiger Unterstützung von Jan, Timo und Mark unter den Mastenkran verholt.

Den Anhänger, samt Motor schoben wir dann auf den Steg und hingen den Motor in den Kran ein. Den defekten Schwingfuß konnten wir recht zügig austauschen und so schwebte der Solé langsam ins Schiff. Zunächst den Niedergang runter, dann mit einem Kettenzug und Querbalken über dem Niedergang konnten wir ihn langsam auf seinen Platz heben.

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Anschließend haben wir im Kühlwasserkreislauf ein Schnüffelventil eingebaut. Dieses war eigentlich der größte Akt, da zunächst Löcher für die Schläuche ins Schott gebohrt werden mussten. Aber auch das ließ sich relativ zügig lösen. Dann alles wieder anschließen, Dieselleitung, Stromversorgung, Gas- und Schaltungszüge, Wellenflansch wieder ans Getriebe, nicht ohne diesen vorher ordentlich zu entrosten, Kühlwasserleitungen usw.

Als das erledigt war, konnte ich endlich Diesel in den Tank füllen. Eine letzte Kontrolle sämtlicher Anschlüsse und ich bekam den Schlüssel in die Hand gedrückt. Starte mal!

Freudig glühte ich vor, soweit so gut, dann dieser Moment, Vorglühen beendet, ich drehte den Schlüssel auf START. Nix. Gar nix passierte. Ich versuchte meinen Frust runter zu schlucken. Auch unser Monteur probierte es noch mal, aber auch bei ihm nix.

Also nochmal alles prüfen. Leitungen ab, Messen. Am Starter kommt kein Strom an. Nach einigem hin und her, viel dann auf, dass die Sicherung im Starterpanel ziemlich verdreckt ist. Also gereinigt und neuer Versuch. Ratterratter… Splotz…das blaue Wunder erwacht zum leben. Kühlwasser läuft durch die neuen Schläuche. Erstmal ein wenig laufen lassen. Herrlich! Er läuft!

Unser Monteur fing an, sein Werkzeug zusammenzusammeln und brachte die ersten Sachen wieder von Bord. Eigentlich segel ich ja lieber, aber im Moment genoss ich das Knattern des Diesels.

Nachdem der Motor auf Betriebstemperatur gekommen war, ging es zur ersten Probefahrt. Einmal zur K4 und zu zurück. Ein wenig mit dem Gas spielen, etwas höhere Drehzahl, etwas weniger, die Pamfilius fuhr endlich wieder aus eigener Kraft.

Bei 2.000 Touren sind wir nun mit guten 5,5 Knoten unterwegs.

Zurück in die eigentliche Box noch ein letzer Check.  Es tritt Kühlwasser am Seeventil aus! Ist das Ventil defekt? Kann ich mir gar nicht vorstellen, dieses haben wir doch erst vor 5 Jahren gewechselt. Es stellt sich heraus, dass es der Schlauch ist, nicht das Ventil. Glück gehabt! Einen passenden Schlauch haben wir leider nicht im Fundus, den kann ich aber heute noch besorgen.

Mein Monteur verabschiedet sich, er ist fertig und gibt mir die letzten Hausaufgaben auf, die ich noch selber erledigen muss, neben dem neuen Kühlwasserschlauch, sollten noch die Kabel ordentlich verlegt werden, ein paar Schrauben muss ich noch gegen anständige VA-Schrauben tauschen usw. Kleinkram, den ich heute und in den nächsten Wochenenden nebenbei erledigen kann.

Nun geht es endlich los. Die Saison kann kommen!

Timo schreibt mich netterweise an,  ob ich noch etwas brauche. Ja, einen Kühlwasserschlauch. Schnell messe ich den Durchmesser und gebe ihm den Durchmesser und die Länge auf. In der Zwischenzeit mache ich den Motorraum ordentlich und räume etwas auf.  Als Timo auftaucht, hat er einen Schlauch in der Hand. Hmm.. der sieht aber dick aus….keine Ahnung was ich da gemessen habe, aber er ist viel zu dick. Trotzdem Danke an Timo, ich fahre nachher noch mal selber los.

Nachdem ich erstmal aufgeräumt habe, fahre ich zum Dönermann und hole mir erstmal einen schönen schmierigen Döner, danach will ich den neuen Schlauch besorgen und die letzten Sachen fürs Schiff einladen, die ich bei meinen Eltern zwischengelagert hatte.

Als ich gerade den letzten Bissen runtergeschluckt habe, sehe ich plötzlich sehr schwarze Wolken über mir. Verdammt! Es kommt regen, ich habe aber das Schiff komplett offen gelassen. Die Schotten hatte ich ausgebaut, damit diese beim Einbau nicht beschädigt werden.

So schnell es geht, fahre ich zurück nach Mönkeberg. Es regnet wie aus Kübeln, als ich am Hafen ankomme. Verdammt! Ich renne zum Boot. Das Schiebeluk ist zu und das untere Schott steckt drin, dadurch ist fas kein Wasser im Boot. Schnell schraube ich die Schotten an und mache das Boot zu. Ich kann mich gar nicht daran erinnern, das Schiff zu gemacht zu haben…komisch, denke ich, aber ich werde wohl alt. Später erfahre ich, dass Timo der Retter war, er hatte das Boot zu gemacht, soweit er das konnte. VIELEN DANK!!!!!

Nachdem auch der Regen wieder durch war, machte ich mich nun endlich auf den Weg, einen richtigen Schlauch besorgen und die letzten Sachen abholen. Nun kommt auch Wiebke endlich von Hamburg nach Kiel, so dass wir uns an Bord einrichten können. Der Schlauch ist schnell montiert und passt jetzt auch. Es leckt auch nichts mehr. ENDLICH! FERTIG!

Die erste Nacht an Bord in diesem Jahr. Nun können wir uns endlich Gedanken über Ziele und Touren machen.

Samstag früh starten wir, es soll ordentlich Wind kommen. Generell sieht es auch eher verregnet aus. So richtig Sommerfeeling kommt da nicht auf. Wir wollen auch den Motor jetzt noch mal richtig testen. Also motoren wir nach Strande. In Schilksee sind die Pfingstbuschregatten, und so wird uns dort auch etwas Rahmenprogramm geboten. Eine freie Box ist schnell gefunden, alles läuft reibungslos. Wir genießen nun erstmal das Bordleben und spazieren nach Schilksee. Ein paar Pommes, ein Nackensteak und ein bisschen beim Yachtausrüster rumrünschen. Es fällt doch sehr viel Anspannung ab. Es war viel dieses Jahr, nicht nur der Motor, auch die ganzen anderen Arbeiten, das neue Deck, die neuen Fenster. Es waren große Projekte. So langsam kann ich mich aber darüber freuen.

Abends dann an Bord erstmal einen Rotwein, und ein wenig lesen.

Sonntag früh geht es dann auch nur unter Maschine nach Laboe. 1,5 Seemeilen, nicht viel, aber auch hier etwas Urlaubsfeeling. Einmal mit Frida zum Hundestrand und lecker Eis essen.

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der neue Teppich liegt auch

Im Hafen mache ich mich noch daran, den neuen Teppich zu verlegen, um es endlich wieder wohnlich zu bekommen. Dann Tee und Kaffee an Bord, abends kochen wir das erste mal an Bord. Wiebke zaubert ein leckeres Chili und der Abend kling bei Wein und Knabberkram aus.

Montag. Es pfeift wie blöd, es regnet immer wieder.  Wir bleiben erstmal hier. Ausgiebig Duchen und noch ein bisschen an Bord rumtüddeln. Ich programmiere unser Funkgerät.  Die MMSI-Nummern unserer Freunde müssen rein. Der Plotter bekommt sein Softwareupdate und die Navi wird sortiert. Abends entscheiden wir uns, die Nacht hier zu verbringen. Ich zahle Hafengeld für die zweite Nacht und wir gehen zu Harry, lecker Fisch essen.

Zurück an Bord stellen wir fest, das der Wind weg ist. Kein Regen. Herrlich. Wiebke meint, wir könnten doch jetzt schnell nach Mönkeberg zurück fahren, dann wären wir Dienstag wieder früh zu Hause und könnten noch unseren Garten fertig machen. Kurzentschlossen baue ich die Kuchenbude ab, starte den Motor und wir motoren nach Mönkeberg.

Ein unspektakuläres Wochenende geht zu Ende. Alles funktioniert und nach einer weiteren Nacht an Bord fahren wir am Dienstag zurück nach Hause. Die Saison kann jetzt wirklich kommen.

 

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