Bin ganz verwirrt

von Sven Carlsen am 23.05.2016 / in Allgemein
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Wochenende. Wetter ist ziemlich gut segelbar. Samstag quasi trocken und moderate Winde. Sonntag soll etwas mehr sein, dafür warm. Abends Gewitter Ansonsten sieht es nach einer sportlichen Kreuz nach Hause aus. Alles Super.

Also Samstag an Bord, noch ein paar Kleinigkeiten an Bord bringen, und erstmal frühstücken. Ich trinke meinen Kaffee und schaue übers die Pamfilius. Merkwürdig. Es ist alles segelfertig. Keine Großbaustellen. Ich sitze unruhig auf der Cockpitducht.  Wiebke besorgt noch ein paar Grundnahrungsmittel beim örtlichen Kaufmann.

Kann es wirklich sein? Nur die Segelpersenninge runter nehmen und auslaufen? Ich habe kein Werkzeug im Schiff verteilt. Wir haben keinen Termin mit einem Bootsbauer oder Motormonteur.  Wiebke kommt vom Kaufmann und staut die letzten Lebensmittel.

Ich habe zwischenzeitlich die Segelpersenninge entfernt und die Vorschoten angeschlagen. Es geht los. Motor gestartet, und wir laufen aus.

Kurz nach der Hafenausfahrt setzten wir Groß und Fock. Wind bei 6 bis 8 m/s. Neben uns sehen wir die Di Lemmer nur unter Genua.

Es läuft! Die Pamfilius setzt sich in Bewegung, der Motor geht aus. Aber gewollt, da wir den Schlüssel umgedreht haben.

Nurn noch das Rauschen des Wassers. Ich bin ganz paralysiert. Es geht aus der Förde raus. Keine großes Ziel heute, einfach nur nach Damp. Hinter Bülk wird Wiebke müde und ich übernehme das Ruder. Der Wind hat zwischenzeitlich nachgelassen und Wiebke haut sich ein wenig hin.

Kurz danach nimmt der Wind wieder etwas zu und die Pamfilius fährt mit 5 – 6 Knoten, zwischenzeitlich auch mal 7 Knoten entspannt Richtung Damp. Herrliches segeln! Auch gar nicht so kalt.

2 Meilen vor Damp wecke ich Wiebke, damit wir das Schiff zum einlaufen klar machen können. Doch noch etwas basteln vorher, aha doch was vergessen. Die Reffs sind noch nicht ins Groß eingezogen, diese hätte ich aber gerne für morgen Startklar. Ca. 0,5 Meilen vor Damp starten wir den Motor, nehmen die Fock weg und drehen in den Wind. Das Großfall etwas lösen und schnell die Reffleinen einziehen – fertig. Nun noch Groß weg und es geht in den Damper Yachthafen. Die SevenEleven ist auch bereits hier und auch Timo ist auf dem Weg nach Damp.

20160521_141625Im Innenhafen finden wir einen schönen Liegeplatz. Der erste richtige Segeltag geht zu Ende.  Als erstes zahlen wir Hafengeld und holen uns einen Crêpe.  Thorsten von der SevenEleven lädt uns netterweise auf ein Anlegerbierchen ein, was wir gerne annehmen.

Auch Timo ist mittlerweile da uns sitzt auch schon auf dern SevenEleven.  Nach einem zweiten Einlaufbierchen und einer Besichtigung der SevenEleven verspüren wir Hunger. Mit Timo gehen wir Pizza Essen. Als wir fertig sind, fängt es ziemlich heftig an zu regnen. Wir laden Thorsten und Timo auf die Pamfilius ein, und verbringen einen netten Abend an Bord, mit noch ein, zwei kleinen Drinks.

Nachdem sich Thorsten und Timo verabschiedet haben, gehen wir in die Kojen. Sonntag erstmal ausschlafen. Die Sonne scheint, und es weht ein laues Lüftchen. Also Brötchen holen, Duschen und Kaffee und Tee fertig machen. Nach dem Frühstück noch eine Spielrunde mit Frida am Hundestrand und anschließend auslaufen. Der Wind nimmt bereits etwas zu und kommt genau von vorne. Er dreht auch über den Tag immer schön mit, so dass wir eine sportliche Kreuz vor uns haben. Aber es ist warm. Der Wind nimmt immer mehr zu. Biszu 15 m/s zeigt der Windmesser an.

20160522_132945Aber es macht einfach Spaß! In der Förde treffen wir noch auf die Unse. Wir kreuzen ein wenig parallel Richtung Heimat. Bis kurz vor Mönkeberg kreuzen wir mit Groß und Fock. Dann Segel weg und Motor an. Anlegen in Mönkeberg. Ein sportlicher Segeltag geht vorüber. Alles richtig gemacht!

In Mönkeberg noch einen Anleger an Bord der James Caird und dann noch ein wenig zusammenräumen. Erstmals gehen wir dieses Jahr von Bord mit einer Tasche. Ich muss nicht eine halbe Werkstatt von Bord räumen. Tolles Gefühl!

Der Himmel zieht sich nun zu. Gewitter hängt in der Luft. Auf dem Weg nach Hause, kommt dann der erste Regen. Zu Hause ist es aber noch trocken und wir nehmen einen Ausklangsdrink auf der Terasse. Kurz danach bricht ein Gewitter über uns herein, so dass wir schnell nach drinnen gehen.

Ein Super Wochenende. Segelspass pur! Dafür hat sich der ganze Stress gelohnt. Ein kleiner Wehrmutstropfen bleibt aber auch an diesem Wochenende. In Mönkleberg hatten wir ziemlich blöden Dieselgeruch aus dem Motorraum. Ich hatte zunächst angst, das irgendwo massig Diesel ausgelaufen sein muss. Die Bilge ist aber trocken. Also auf Ursachenforschung gehen.

Genau habe ich es noch nicht lokalisiert, ich vermute aber die Dieseltankentlüftung hat hier Probleme gemacht. Der Schlauch liegt noch lose in der hinteren Backskiste und hat sich losgerüttelt (ich hatte diesen nur provisorisch hochgebunden, da der Entlüftungsstutzen nicht lieferbar war. Bei der groben See ist der Diesel natürlich im Tank ordentlich ins schütteln geraten. Da soweit alles trocken ist, kann es eigentlich nur von dort gekommen sein. Ich werde nun diese Woche den Stutzen besorgen, der Einbau dauert ja nicht lange. Dann sollte auch dieses Problemchen gelöst sein.

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