Urlaubsfeeling und totaler Nervkram

von Sven Carlsen am 06.06.2016 / in Allgemein
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Das erste Juniwochenende war grundsätzlich super, endete aber in einer kleinen Katastrophe. Aber von Anfang an:

Wiebke musste Freitag leider lange arbeiten, also habe ich schon mal die Pamfilius auslaufklar gemacht. Proviant verstaut, Segelkleider ab usw.

Um 19:30 Uhr war dann auch Wiebke endlich an Bord und wir konnten auslaufen. Herrliches Wetter, nur leider kaum Wind. Es gab zwei Optionen, entweder treiben wir unter segeln nach Laboe oder ähnliches, oder doch Motor an und schon mal nach Damp. Wir entschieden uns für letzteres, da wir uns am Samstag gerne in Schleimünde mit der SY Nis Randers treffen wollten.

Wir nutzten die Motorzeit, um unsern Autopiloten noch mal ausgiebig zu testen und genossen einfach die Stimmung

20160603_213618 auf dem Wasser.

 

Gegen 23.00 Uhr machten wir dann in Damp fest,  und wurden von Thorsten in seinem Schlauchi begrüßt. Auch Timo tauchte kurz danach vor unserem Boot auf und so hatten wir ein nettes Begrüßungskomitee.

In Damp passierte aber nicht mehr viel. Wir waren müde, also nur noch kurz duschen und ab in die Koje. Morgen soll es nach Schleimünde gehen, nett grillen und einfach die Seele baumeln lassen.

Nachdem ich beim Hafenmeister war, und meine Rabattkarte abgegeben hatte, ja wir lagen diese Nacht kostenfrei, da wir schon wieder so oft hier waren, dass die Rabattkarte voll war, ging es nach einer Gassirunde mit Frida wieder raus.

Leider wieder unter Motor, da wenig Wind war entschieden wir uns gegen die Segel. Mit langsamer Fahrt ging es aber nach Schleimünde. Unterwegs t20160604_112944rafen wir auf die Di Lemmer, die unter Segeln Richtung Schlei trieb.

In Schleimünde konnten wir tatsächlich am Steg festmachen, da wir recht früh unterwegs waren, liefen gerade einige aus, so dass wir Platzmäßig super lagen.

Auch die Kiek Mol mit Jörg und Susanne lag hier und winkte schon freundlich rüber. Nachdem wir in Schleimünde gefrühstückt hatten, gingen wir eine kleine Runde zum Leuchtturm.

Dann trafen wir auf Jörg und Susanne, und tranken gemeinsam ein Bierchen an der Giftbude.

Als wir damit fertig waren, kam un Timo entgegen, der auch gerade eingelaufen war und hinter uns fest gemacht hatte. Er machte aber nur eine kurze Visite um anschließend wieder auszulaufen.

Wir vertrieben uns die Zeit mit lesen, schlafen, Kaffee und Kuchen. Dan kam die SY Nis Randers mit Immer und Björn. Der Hafen war richtig urlaubsmäßig voll und die Sonne schien. Um uns herum lagen viele Boote und es war eine sehr gute Stimmung. Auch zwischen den ganzen Booten war ein nettes Miteinander und so konnten auch Imme  und Björn hinter uns festmachen, da alle mithalfen, die Boote so zu verholen und zu verschieben, bis es passte.

Nach einem kleinen Anleger, ging es dann zum Grillplatz. Die Kiek Mol Crew war mit grillen bereits fast fertig, so dass wir netter Weise deren Grill nutzen konnten.

Ein herrlicher Abend. Nach dem Aufklaren ging es an Bord der SY Nis Randers und anschließend wieder an Land. Von einem Traditionssegler, hatten sich einige Crewmitglieder Instrumente geschnappt und machten ordentlich Stimmung an Land.

Einfach13346868_574167399430118_1227412872087694166_n herrlich! Es fühlt sich mittlerweile nach Urlaub und nicht nach einem Wochenende an.13331159_574164489430409_5535727708857727495_n

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Video-Link: https://youtu.be/pkZPWsPgrpI

Bis hierhin ein herrliches Wochenende mit hohem Spaß- und Erholungsfaktor.

Der Sonntag startete genau so. Eine leichte Brise, herrliches Wetter. Unser Plan für heute, unter Blister zurück nach Hause. Eigentlich wollten wir früh auslaufen, da wir spätestens um 16.00 Uhr den Geburtstag meiner Schwägerin feiern sollten.

Nun rächte sich unser toller Liegeplatz. Da wir sehr eingebaut waren, konnten wir nicht einfach auslaufen. Auf den Schiffen um uns rum war auch keiner an Bord!

So zog sich die Zeit hin, und wir konnten erst um 11.00 Uhr auslaufen. Nun nahm das erneute Drama seinen lauf.

Beim starten des Motors machte es Knack…der Starter dreht nicht… Nanu? Was ist denn das? Nun sehe ich, dass alles Instrumente aus sind. Nichts geht mehr…

Trotzdem war ich noch recht entspannt, da ich wusste, dass eine der beiden Batterien bald ausgetauscht werden muss, da sie schon nicht mehr so 100%ig lud. Also kurz auf Batterie 2 umgeschaltet, alles geht wieder an, und auch der Motor startet problemlos… Puh denke ich.

Also auslaufen und erstmal aus der Schlei raus. Leider ist sehr wenig Wind, und unser Plan, unter Blister nach Hause zu laufen, muss aufgrund unseres Termins leider aufgegeben werden (ich hasse es, beim segeln Termine zu haben).

Mit guten 5,5 Knoten motoren wir also bei herrlichem Sonnenschein Richtung Kieler Förde.

Kurz vor Bülck beschließen wir, schon mal die Segel einzupacken, also fange ich an, die Persenninge aus der Backskiste zu kramen.

Komisch denke ich, die Segel, die hier auch gestaut sind, sind ganz nass.

Wie kann das denn sein? Ich räume alle Segel, Kuchenbude, Sonnensegel und Persenninge raus. Alles feucht bzw. richtig nass.

Sche…. denke ich. Ganz unten in der Backskiste steht einer der Batteriekästen, mit der defekten Batterie.

Ich traue meinen Augen nicht.. ich muss noch mal hinsehen. Irgendwie riecht es hier auch nach Chlor…

Ich mach den Deckel des Batteriekastens noch mal ganz auf.

SCHEI….. Was ist denn das??

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Die Batterie steht vollständig unter Wasser! Da war noch nie ein Tropfen Wasser drin!

Ich muss erstmal durchatmen und schaue mich in der Backskiste um. Nun sehe ich das Problem! Aus dem neuen Entlüftungsventil spritzt alle paar Sekunden ein ordentlicher Schwall Wasser raus. Das Ventil sitzt ganz oben in der Backskiste. Ich drehe kurz an dem Belüftungsventildingens und kann es 3 Umdrehungen! problemlos richtung fest ziehen. Nun kommt auch kein Wasser mehr.

Zum Glück läuft sonst alles. Und zum Glück ist es die alte Batterie und nicht die neue vom letzten Jahr.

Nachdem ich mich gesammelt habe, verpacken wir Fock und Groß, die nassen Sachen verteile ich auf dem Schiff. Glücklicherweise haben wir strahlenden Sonnenschein, und so trocknet alles, bis wir in Mönkeberg sind.

Wiebke packt schnell ihre Sachen zusammen und geht schon mal zum Geburtstag feiern. Ich besorge mit eine Pumpe, um den Batteriekasten leerzupumpen und baue die Batterie aus.

Nachdem ich das fertig habe, schaue ich vorsorglich noch einmal in die Bilge.

Gute Idee!

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Voll bis oben hin! Ca. 120 Liter hole ich aus dem Schiff!

Was für eine Kac**

Zusammengefasst, Glück gehabt. Da wir nicht gesegelt sind, ist das Wasser nicht hochgeschwappt. Das Schiff selber ist trocken geblieben. Das Wasser lässt sich recht leicht abpumpen. Ich wische die Bilge trocken und habe echt keinen Bock mehr!

Woher das Wasser gekommen ist, ist ja nun klar und der Fehler behoben. Aber kann es die endgültige Lösung sein? Außerdem habe ich das ja nicht eingebaut. Hier ist Klärungsbedarf!

Letztendlich muss ich nur die Batterie wechseln, die bereits dank meines Schwagers gerade besorgt wurde.

Aber wenn sich diese Mutter wieder löst, dann ginge das Drama ja von vorne los. Und ob man daran denkt, da ständig nachzuschauen? Ich weiss nicht. Hier mache ich mir Gedanken zu.

Mit 2 Stunden Verspätung komme ich dann auch zum Geburtstag und bin echt fertig. Zurück in Hamburg schlafe ich wie ein Stein ein.

Trotzdem war es es schönes Wochenende, irgendwie.

 

2 Kommentare

  • Marcel says:

    Na, das ist ja nicht so schön, zum Glück nur ein kleiner Fehler, der sich auch gut beheben ließ. War das ein Fehler der Werft? Schiffswerft Laboe? Ich frage, weil ich mit denen auch gerade ein Problem habe…
    Schöner Blog übrigens – dacht mir doch, den Schiffsnamen kenne ich doch, als ich an der Pier entlang ging (wir waren Eure Nachbarn, danke nochmals für den Stromverteiler)!

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