Der Mantel des Schweigens….

von Sven Carlsen am 08.06.2017 / in Allgemein
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legt sich über das letzte Wochenende. Oder erzähl ich es doch? Na gut.

Eigentlich ein seglerisch völlig unspektakuläres Pfingstwochenende liegt hinter uns. Aufgrund eines Trauerfalls war der Samstag noch der Familie gewidmet. Sonntag vormittag kübelte es wie aus Eimern, so das wir auch wenig motivation verspürten los zu fahren.

Gegen Nachmittag klarte es dann aber auf, und wir wollten nur kurz nach Laboe und gemeinsam Tappas essen gehen. Das ging auch alles super. In Laboe hatten wir eine schöne Box im Wind und konnten sogar noch ein bischen mit dem Elektro-Außenborder von ePropulsion, den uns mein Arbeitgeber netter Weise zum Testen ausgeliehen hatte und unserem Schlauchboot durch den Laboer Hafen fahren. Alles Schick.

Am Montag wollten wir dann eigentlich noch ein bischen segeln gehen. Der Wind bließ recht steif und so hatte ich ewas zu tun, mit dem hinten angehängten Schlauchboot aus der Box zu kommen. Nachdem ich das Schlauchboot zwischen den Dalben hatte, veketteten sich aber dann irgendwie blöde Umstände und ich habe das Manöver ziemlich verkackt.

Als erstes hing der am Heckspiegel gelagerte Außenborder mit dem Schaft über der Sorgeleine, so dass ich gewisse Mühe hatte, diesen wieder frei zu bekommen und das Heck der Pamfilius zwischen die Dalben zu bekommen. Nach einigem vor und zurück und gedrücke hatte ich das aber dann doch ohne Beschädigungen hin bekommen. Nun schnell Rückwärtsgang um aus der Box ganz heraus zu fahren. Klappte super.. Die Pamfi ist raus und ich gebe Vorwärts Schub und schlage das Ruder ein.

KARUMSS! Ein riesen Knall geht durchs ganze Schiff. Danach gespenstische Ruhe. Etwas verwirrt schaue ich mich um. Der Motor ist aus. Wir treiben quer im Hafenbecken auf die gegenüber liegenden Dalben zu. Nun realisiere ich langsam, was eigentlich passiert ist. Ich Volldepp habe es tatsächlich geschafft, den hinteren Festmacher in die Schraube zu bekommen. Stramm wie sonst was geht der Festmacher von der hinteren Klampe unter Wasser. und bewegt sich keinen Milimeter.

Wir lassen uns quer an die ggü. Liegenden Dalben treiben und verteuen die Pamfilius. Erstmal durchatmen und nachdenken. Die Situation ist nun eigentlich unkritisch (so objektiv betrachtet).

Ich gehe zunächst ins Gummiboot und bewaffne mich mit einem Bootshaken. Tatsächlisch schaffe ich es. nach und nache eine Umdrehung nach der anderen das Tauwerk von der Schraube zu lösen. Der Druck ist raus, und der Fesmacher wird nach und nach wieder länger. Bis irgendwann so nichts mehr geht. Der Tampen sitzt zu fest um die Schraube.

Wir müssen tauchen. Da führt kein Weg dran vorbei. Blöderweise, oder auch in diesem Fall für mich, Glücklicher Weise, habe ich keine Kontaktlinsen. Da ich sehr schlechte Augen habe, sehe ich ohne Brille so schlecht, dass ich keine Chance hätte, unter Wasser ohne Brille zu agieren. Todesmutig entscheidet Wiebke, ins Wasser zu gehen.

Mit Badeanzug und Taucherbrille bewaffnet geht sie tatsächlich in die kanpp 15 Grad kalte Ostsee (gut ich habe ihr erzählt, dass ich etwas von 17 Grad gelesen hätte). Nach kurzem Fluchen Ihrerseits und dem Infrage stellen der 17 Grad taucht Sie dann doch ab. Nach 3 kurzen Tauchgängen ist der Tampen frei!

Wieder an Bord räumen wir zunächst etwas auf, und ich schaue mir die Wellenanlage an. Alles Trocken, und auf den ersten Blick nichts schlimmeres zu erkennen. Mit etwas mulmigen Gefühl starte ich die Maschine. Auch diese sprigt ohne Murren sofort an.

Nun drehen wir erstmal ein paar Runden durch den Hafen, während Wiebke steuert und Gas gibt, liege ich kopfüber im Motorraum un beobachte die Stopfbuchse. Kein Wasser. Keine merkwürdigen Geräusche. Offensichtlich haben wir noch mal Glück gehabt, und keine weitern Beschädigungen davon getragen.

Nun haben wir aber auch keine Lust mehr heute, wir motoren schnell nach Mönkeberg. Zwischndurch immer noch mal ein Check der Bilge und der Stopfbuche. Aber bis Mönkeberg war alles gut.

So wurde aus einer kleinen Nachmittagsspritztour doch noch ein kleines Abenteuer, welches wir aber gut überstanden haben.

Nächstes Wochenende bleibt die Pamfilius im Hafen. Ich bin als Crew auf der „Luna“ für die Aerö-Rund Regatta shangheit worden. Mal sehen, ob wir dann alles heile lassen. 😉

 

 

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